Microlearning · Modul 1 von 3 · Isolierung
Isolieren ist nicht sichern
Die Leuchte brennt, und der Fehler ist noch da.
In der Maschinen- und Anlagensicherheit trennt Lockout/Tagout Energie, damit ein Mensch sicher arbeiten kann; bei der Bahn ist der Begriff nicht üblich. Ein Isolierschalter im Betrieb schaltet eine Schutzfunktion ab, damit der Zug wieder fahren kann. Dieses Modul zeigt am Fall Styal, was daraus für Freigabe, Meldung, Prüfung und Information folgt.
- Etwa 7 Minuten
- 4 Fragen mit Rückmeldung
- Ohne Anmeldung; Antworten werden nicht gespeichert
Worum es geht
Bei einer Störung isoliert ein Triebfahrzeugführer zwei Sicherheitssysteme, darunter die Türverriegelung. Nach diesem Modul können Sie anhand des Falls:
- die Wirkrichtung einer Isolierung im Betrieb von der Wirkrichtung von Lockout/Tagout unterscheiden,
- den Elementen von Lockout/Tagout die Regeln für eine Isolierung bei Northern zuordnen,
- benennen, welche Schutzfunktion nach dem Isolieren des TIS noch wirkte und welche nicht,
- die Informationen auswählen, die vor der Freigabe einer Isolierung bekannt sein müssen.
Nach jeder Stimme folgt eine Frage, am Ende eine Anwendungsaufgabe. Bei einer richtigen Antwort erhalten Sie eine Vertiefung. Bei einer falschen Antwort zeigt ein Hinweis, wo die Antwort in der Case Note steht, und Sie haben einen zweiten Versuch; danach erscheint die Lösung mit Begründung.
Die drei Personen sind erfundene Rollen bei einem anderen Betreiber und bei einem Fahrzeughersteller, keine Beteiligten des Falls. Sie sprechen über das, was der Bericht schildert; ihre Sicht ist meine Deutung.
- Zurück
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- Antwort prüfen
- Bitte wählen Sie zuerst eine Antwort.
- Bitte treffen Sie für jede Zeile eine Auswahl.
- Richtig.
- Auch der zweite Versuch passt nicht. Hier ist die Lösung.
- Abschnitt
- von
- Nach oben
- Nach unten
- Verschieben Sie die Schritte mit „Nach oben“ und „Nach unten“.
- Wählen Sie für jede Zeile die passende Zuordnung.
- Bitte wählen
- falsch gewählt
- richtig
- Im ersten Versuch richtig beantwortet: {n} von {total} Fragen. Gespeichert wird nichts.
- Von vorn beginnen
Die Szene
- Leitstelle des Betreibers (Instandhaltung und diensthabende Leitung)
- Fahrdienstleiter
- Isolierschalter EBS (Bremskreis) und TIS (Traktionssperre), senkrecht in Grundstellung
- Leuchte „Sicherheitssysteme isoliert“
- Anzeige der Türverriegelung am Führerpult
- Vorderer Führerstand
- Hinterer Führerstand
- Türen auf der Bahnsteigseite
- Triebfahrzeugführer
- Zugbegleiter
Styal, 3. Mai 2023, nach 15:09 Uhr. Die Bremsen des Zugs lösen sich nicht. Die Instandhaltungsleitstelle führt den Triebfahrzeugführer am Telefon nach einem Ablaufdiagramm durch die Fehlersuche.
Er betätigt den Isolierschalter EBS, ohne Wirkung. Für den TIS, den das Diagramm nicht nennt, holt die Leitstelle in einem kurzen Nebengespräch die mündliche Freigabe der diensthabenden Leitung ein. Mit dem TIS ist die Türverriegelung außer Kraft, die Leuchte „Sicherheitssysteme isoliert“ brennt, und die Bremsen lösen sich weiter nicht.
Den ganzen Fall in Kürze finden Sie in der Übersicht der Module. Die Zeichnung zeigt den Zustand nach dem Isolieren.
Was Isolieren hier bedeutet
„Isolieren“ klingt nach Schutz. Am Fahrzeug im Betrieb bedeutet es das Gegenteil: Der Schalter nimmt eine Schutzfunktion weg, damit der Zug trotz Störung fahren kann. Der Mensch ist danach nicht besser geschützt, sondern schlechter. Wenn ich einen Isolierschalter beschreibe, muss diese Richtung am Anfang stehen, nicht in einer Fußnote.
Der Bericht gibt die Herstellerinformation nicht wieder. Diese Stimme zeigt, wie die Case Note die Rolle der Herstellerinformation liest.
Regeln statt Schloss und Anhänger
Am Telefon ist eine Isolierung schnell ausgesprochen. In Styal kam die Freigabe für den TIS in einem kurzen Nebengespräch zustande, während das Gespräch mit dem Triebfahrzeugführer weiterlief. Ein Formular B wurde nicht ausgefüllt, Fahrdienstleiter und Zugbegleiter erfuhren nichts. Die Regeln gab es. Sie greifen aber nur, wenn jeder Schritt als eigener Schritt geschieht.
Was danach noch schützt
Normalerweise ist der TIS der letzte Schritt, danach fährt der Zug. In Styal lösten sich die Bremsen trotzdem nicht, und die Isolierung blieb wirksam, denn zurücksetzen konnten nur Depot oder technischer Inspektor. Ab diesem Moment schützt nur noch das Verfahren. Und ich muss wissen, was an Technik noch wirkt und was nicht.
Vor der Freigabe
Diese Aufgabe verbindet die drei Stimmen. Stellen Sie sich vor, Sie überarbeiten die Information, mit der eine Leitstelle über die Isolierung des TIS entscheidet.
Übertragen auf Ihre Dokumentation
Denken Sie an ein Produkt aus Ihrer Dokumentation, dessen Schutzfunktionen sich bei einer Störung abschalten, überbrücken oder isolieren lassen.
Prüfen Sie die Information zu dieser Funktion mit den Fragen aus der Case Note:
- Welche Schutzfunktionen schaltet der Schalter ab, und welche bleiben wirksam?
- Steht am Anfang, dass die Funktion danach nicht mehr schützt?
- Wer gibt eine Isolierung frei, wer muss davon erfahren, und wie wird das bestätigt?
- Wer darf zurücksetzen, und was gilt bis dahin?
Das Wichtigste in drei Sätzen
- Eine Isolierung im Betrieb wirkt in die Gegenrichtung von Lockout/Tagout: Sie nimmt eine Schutzfunktion weg, damit der Zug fahren kann.
- Schloss und Anhänger gibt es dabei nicht. Freigabe, Meldung, Prüfung und Rücknahme müssen ihre Aufgabe übernehmen.
- Wer eine Isolierung freigibt, muss wissen, was danach noch schützt und was gilt, wenn sie den Fehler nicht behebt.
Grundlage und Quelle
Das Microlearning ersetzt keine Unterweisung. Verfahren, Unterweisung und Aufsicht im Bahnbetrieb liegen beim Betreiber.
Quelle
Bericht 07/2024 der britischen Rail Accident Investigation Branch (RAIB), „Unsafe movement of a train at Styal station, 3 May 2023“, wiedergegeben in der Case Note „Fünf offene Türen“. Rollen, Zitate und Zeichnungen sind meine eigenen. Wie die Serie aufgebaut ist, steht in der Übersicht der Module.